
Blogbeitrag erstellt von
Christina Schwann
Datum: 09.06.2026
Lesezeit: 20 min
Diesen Beitrag finden Sie auch in der Winter-Ausgabe 2025/26 des ÖKAS Fachmagazins analyse:berg #30, bzw. ist er als Ergänzung der Printausgabe gedacht, da wir hier alle angekündigten Videos verlinkt haben.
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In der analyse:berg-Sommerausgabe 2025 hat sich Bernt Prause im ersten Teil seiner Serie zum Thema „Seile“ mit der historischen Entwicklung der Seiltechnologien und was das für die Praxis bedeutet beschäftigt. Nun geht er ins Detail, beschreibt Prüfverfahren und erläutert, wie gut diese die Mechanik des Seilversagens abbilden können.
Bernt Prause
Dipl.-Ing. (FH) Kunststofftechnik, PSA-Experte
Aktuell finden sich in den Beschreibungen bzw. technischen Daten bei Einfachseilen in den Katalogen und auf den Websites der Hersteller u. a. Begriffe wie „Vielseitiges High End Seil mit erhöhter Sicherheit bei Kantenbelastung – scharfkantengeprüft“ oder „Imprägniertes, dynamisches Einfachseil mit hoher Schnittfestigkeit“. Beides sind sehr starke Verkaufsargumente. Betrachtet man jedoch die einem Bergseil entsprechend der EN 892 beigefügten technischen Daten, wird man keinen normativ verankerten Wert für diese Aussagen finden. Lediglich im UIAA-Standard 101 wird aktuell ein Scharfkantentest beschrieben, bei dem ermittelt wird, wie hoch das Energieaufnahmevermögen eines Seils (angegeben in kJ) bei einem Sturz über eine Kante mit dem Radius von 0,75 mm ist. Dieser Test ist ein freiwilliger und außerdem der einzige, der international definiert ist. Damit stellt sich nun für die Leserin und den Leser die Frage, was eigentlich hinter diesen Begriffen steckt, worauf die Aussagen basieren, wie geprüft wird und welche Praxisrelevanz damit verbunden ist. Letztendlich aber auch, welche aktuelle normative Legitimation gegeben ist, um mit diesen Beschreibungen dem Nutzer eine besondere Leistungsfähigkeit eines Seils zu signalisieren.
Doch der Reihe nach.
Funktionelle und sicherheitstechnische Daten



