
Diesen Beitrag finden Sie in der Sommer-Ausgabe 2025 des ÖKAS Fachmagazins analyse:berg. Werden Sie Abonnent von analyse:berg. So bekommen Sie die Magazine gleich nach Erscheinen bequem nach Hause geliefert und unterstützen gleichzeitig die Arbeit des ÖKAS.
„Wanderland Österreich“, der Name passt, denn Bergwandern ist bei Einheimischen und Gästen die beliebteste Bergsportdisziplin. Weil diese Rubrik genau Wandern/Bergsteigen lautet, wird hier alles ausgewertet, was sich auf und neben markierten Bergwanderwegen abspielt. Wann Wandern aufhört und Bergsteigen beginnt – aber noch nicht zu Klettern, Klettersteig- oder Hochtourengehen wird, lässt sich nicht eindeutig beantworten.
Betrachtungszeitraum:
01.11.2023 bis 31.10.2024
Woher die Daten stammen, wie die Aufnahme funktioniert und welche Bergsportdisziplinen erfasst werden, können Sie auf der Seite „Alpine Unfallstatistik“ im Detail nachlesen. Die in den folgenden Grafiken verwendeten Symbole sind in der abgebildeten Legende erläutert.
Legende der verwendeten Symbole der Sommerdisziplinen.
Und weil viele Menschen wandern – leider weiß niemand genau wie viele –, es eine technisch einfache Betätigung ist, die vermeintlich jeder kann und für die eine ganze Tourismusindustrie Werbung macht, passieren hier nicht nur viele, sondern mit Abstand die meisten Unfälle aller Sommer-Bergsportdisziplinen. Im Betrachtungszeitraum mit 1.691 Verletzten (10-Jahre-Mittel 1.430) und 120 Toten (10-Jahre-Mittel 106) zwei noch nie erreichte Werte. Bei den tödlich Verunfallten handelte und handelt es sich um Österreicher, bei allen Verunfallten liegen im Betrachtungszeitraum Deutsche knapp vorne – im 10-Jahre-Mittel sind aber auch hier Österreicher am öftesten betroffen. Ein weiteres nicht wirklich relevantes, aber interessantes Detail: Mit 770 zu 657 im 10-Jahre-Mittel verletzten sich im aktuellen Betrachtungszeitraum mehr Wanderinnen und Bergsteigerinnen, was ungewöhnlich ist. „Normal“ hingegen ist, dass viel mehr ihrer männlichen Kollegen dabei sterben (87 zu 20).
Sturz/Stolpern/Ausgleiten ist wie in den vergangenen Jahren beim Wandern die Verletzungsursache Nummer 1, am meisten Menschen starben und sterben aufgrund von Herz-Kreislauf-Störungen. Zählt man jedoch die Unfallursachen Sturz/Stolpern/Ausgleiten und Absturz zusammen, so geschehen hier im 10-Jahre-Mittel 55 tödliche Unfälle. Das sind um 13 mehr als bei Ursache Herz-Kreislauf-Störungen (42). In der Unfallprophylaxe gilt es entsprechend auch diesem Umstand Rechnung zu tragen und sich nicht nur auf das Herz-Kreislauf-Thema zu konzentrieren. Dass viele Menschen immer öfter „das Gehen verlernen“ ist eine Rückmeldung, die wir regelmäßig von Bergführerinnen und Ausbildern bekommen …
Der Vollständigkeit halber: Auch das Unfallgeschehen beim Trailrunning fällt in diese Kategorie.
Abb. 1: Alle Wanderunfälle (mit Unverletzten, Verletzten & Toten) sowie Verunfallte, Unverletzte, Verletzte und Tote nach Bundesländern im 10-Jahre-Mittel und im Betrachtungszeitraum (Österreich vom 01.11.2023 bis 31.10.2024).
Abb. 2: Verunfallte (Unverletzte, Verletzte & Tote) Wanderer nach Unfallfolgen im 10-Jahre-Mittel und im Betrachtungszeitraum (Österreich vom 01.11.2023 bis 31.10.2024).
Abb. 3: Unverletzte, verletzte und tote Wanderer in den letzten 10 Jahren und im Mittel in Österreich.
Abb. 4: Verunfallte (Unverletzte, Verletzte und Tote) sowie unverletzte, verletzte und tote Wanderer nach Geschlecht im 10-Jahre-Mittel und im Betrachtungszeitraum (Österreich vom 01.11.2023 bis 31.10.2024).



