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Innerhalb von vier Tagen wurden der Leitstelle Tirol 64 Lawinenereignisse gemeldet, wobei acht Menschen in sieben Lawinen starben.
In diesem Beitrag fassen wir die Berichte und Analysen der Alpinpolizei zu den tödlichen Unfällen zusammen und ergänzen sie mit den Schneedeckenuntersuchungen der Kollegen vom Lawinenwarndienst Tirol.
Lawinenzeit 3. bis 6.2.2023

Patrick Nairz
Leiter LWD-Tirol, Lawinenprognostiker

Den Begriff „Lawinenzeit“ prägte der langjährige Ausbildungsleiter der Österreichischen Berg- und Skiführer Klaus Hoi. Er meinte damit, dass während bestimmter, kurzer Zeiträume eines Winters ein stark erhöhtes Lawinenrisiko besteht. Genauso eine Lawinenzeit hatten wir zwischen dem 3. und 6. Februar 2023. Innerhalb dieses kurzen Zeitraums starben acht Personen unter Lawinen.
Eine vergleichbare Lawinenzeit gab es im Winter davor um dasselbe Datum: 2022 kamen zwischen dem 4. und 5. Februar ebenso acht Personen in Lawinen ums Leben.

ALTSCHNEEPROBLEM UNFALLKAUSAL

Vorweg: Bei sämtlichen in diesem Zeitraum geschehenen tödlichen Lawinenunfällen war ein Altschneeproblem unfallkausal. Die Schneedeckenuntersuchungen vor Ort oder im Nahbereich der Lawinenunfälle zeigten alle dasselbe Bild: Eine langlebige Schwachschicht aus kantigen Kristallen (teilweise mit Schwimmschnee) befand sich unterhalb einer dünnen Schmelzkruste. Darüber war ein meist sehr gut ausgeprägtes Brett von den vorangegangenen Niederschlägen samt Verfrachtungen vorhanden.
Unsere Schneedeckenuntersuchungen und Unfallanalysen vom Lawinenwarndienst Tirol finden meist gemeinsam mit der Alpinpolizei statt. Dabei sehr hilfreich – v. a. wenn es sich um mehrere Unfälle in einem kurzen Zeitraum handelt – ist der Hubschrauber des Landes Tirol, der uns in solchen hektischen Zeiten shuttelt, und es uns ermöglicht, zeitsparend mehrere Schneeprofile und Stabilitätstests in verschiedenen Gebieten durchzuführen.

64 LAWINENMELDUNGEN IN 4 TAGEN

Bei der Leitstelle Tirol gingen zwischen dem 3. und 6. Februar 2023 insgesamt 64 Lawinenmeldungen ein, die sich über ganz Tirol verteilten.
So geschahen:
→ 7 Lawinen mit Todesfolge (8 Tote)
→ 15 Lawinen mit Personenbeteiligung (unverletzt oder verletzt)
→ 42 Negativlawinen (definitiv ohne Verschüttung)

Lawinenunfall „Königstal“, Gurgler Gruppe/Ötztaler Alpen am 3.2.2023

Peter Gasteiger
Polizei/IVBV-Bergführer, Leiter Alpine Einsatzgruppe (AEG) Imst

UNFALLHERGANG

Die drei chinesischen Staatsangehörigen A, B (Ski) & C (Snowboard) fuhren am Freitag, den 3. Februar 2023, gemeinsam von Untergurgl (Gemeinde Sölden im Bezirk Imst in Tirol) mit der Hochgurgl- und weiter mit der Wurmkogelbahn zur Bergstation Top Mountain Star, unmittelbar neben dem Gipfel des Wurmkogel (3.082 m, Gurgler Gruppe/Ötztaler Alpen).
Von dort wählten sie die Variantenabfahrt nach Hochgurgl und verließen den organisierten Skiraum in Richtung Königstal.
Unmittelbar oberhalb des Königsbaches wurde vereinbart, dass A über eine Geländekante in eine Mulde springen und der etwas unterhalb der Kante wartende B ein Video von dem Sprung machen würde. Nachdem B seine Position bezogen hatte, sprang A über die Kante, verlor die Kontrolle über seine Skier und kam etwas unterhalb von B zu Sturz. Dadurch löste er ein Schneebrett mit einer Anrisshöhe von ca. 1 Meter und einer Anrisslänge von ca.150 Metern aus.
Das Schneebrett riss A gut 100 Höhenmeter bis zum Grund des Königstales mit und verschüttete ihn vollständig ca. 2 Meter tief. B wurde einige Meter mitgerissen, konnte sich allerdings noch während dem Lawinenabgang selbst in Sicherheit bringen. C war zu diesem Zeitpunkt oberhalb der beiden auf einem Geländerücken und wurde nicht verschüttet. B fuhr sofort zum primären Suchraum talwärts, begann die LVS-Suche und war bereits beim Sondieren, als C um 13:38 Uhr den Notruf absetzte. Beim Eintreffen des Notarzthubschraubers (NAH) Martin 8 (Heli Austria) gegen 13:48 Uhr war der Verschüttete lokalisiert und B und C waren dabei ihn auszugraben. Im Folgenden wurden elf Personen der Bergrettung Obergurgl mit dem Polizeihubschrauber Libelle zum Lawinenkegel geflogen.
Nach der Bergung von A aus den Schneemassen wurde dieser unter Reanimationsmaßnahmen zum Stützpunkt des NAH Martin 8 (Timmelsjochstraße bei Hochgurgl) verbracht. Dort wurde um 14:32 Uhr die Reanimation abgebrochen und vom Notarzt der Tod festgestellt.

VERSCHÜTTUNGSLAGE, -TIEFE UND ZUSTAND BEI DER BERGUNG

A wurde im mittleren Staubereich der Schneebrettlawine ca. 2 Meter tief in aufrechter Position, mit dem Kopf nach oben im Lawinenschnee aufgefunden. Es konnte keine Atemhöhle festgestellt werden und zum Zeitpunkt der Freilegung war er ohne Puls und Atmung tief bewusstlos. Vom Notarzt des NAH Martin 8 wurde sofort mit der Reanimation begonnen.

LAWINENLAGE

Vom Lawinenwarndienst Tirol wurde im Lawinenreport für den 3. Februar 2023 die Gefahrenstufe 3 (erheblich) oberhalb der Waldgrenze in allen Hangrichtungen aufgrund eines Neu- und Altschneeproblems mit starken Windverfrachtungen prognostiziert.

AUSRÜSTUNG

Die chinesische Gruppe war mit der standardmäßigen Lawinennotfallausrüstung ausgestattet und hatte einen LVS-Check durchgeführt. Zusätzlich verwendeten alle bis auf den Verschütteten A einen Lawinenairbag.

AUSBILDUNGSSTAND/ FÜHRERVERHÄLTNIS DER GRUPPENTEILNEHMER

Die diesbezüglichen Erhebungen ergaben, dass die Gruppe gemeinschaftlich vereinbart hatte, sich am 3. Februar 2023 für einen Skitag in Sölden zu treffen. Sie verfügten über keine besondere alpinistische Ausbildung, jedoch über welche als Ski-/Snowboardlehrer:
→ A hatte den Landesskilehrer Teil 1 abgeschlossen und bereits zusätzlich den Alpinkurs absolviert.
→ B war Anwärter zum Landesskilehrer, Level 1 beim Deutschen Ski- lehrerverband.
→ C war Snowboardlehrer-Anwärter beim Österreichischen Skilehrerverband.

Es handelte sich bei der Gruppe um kein Führer-Geführten Verhältnis.

Lawinenunfall „Gedrechter“, östliche Tuxer Alpen am 4.2.2023

Florian Bauernfeind
Polizei/IVBV-Bergführer, Leiter Alpine Einsatzgruppe (AEG) Imst

SACHVERHALTSDARSTELLUNG

Ein sehr guter neuseeländischer Skifahrer fuhr am Samstag, den 4. Februar 2023, gegen 11:00 Uhr im Skigebiet Hochzillertal bei dichtem Nebel von der Neuhüttenbahn nördlich der gesperrten schwarzen Piste Nr. 3 (Stephan Eberharter Olympiaabfahrt) im freien Skiraum außer Sichtweite seiner Gruppe (vier weitere Familienmitglieder bzw. Freunde) in stark kupiertem Gelände talwärts.
Gegen 11:10 Uhr wurde er von seiner Gruppe vermisst und war zu dieser Zeit telefonisch nicht mehr erreichbar. Im Zuge der Suche wurde die Pistenrettung verständigt. Zeitgleich mit deren Eintreffen wurde von einem Gruppenmitglied bei einem Lawinenkegel auf ca. 1.960 Metern (unterhalb des Gedrechter, 2.217 m) ein LVS-Signal geortet und gemeinsam mit dem Ausgraben begonnen.
Um 12:13 Uhr konnte der Oberkörper des Vermissten in ca. 1 Meter Tiefe frei- gelegt werden. Er zeigte keinerlei Lebenszeichen und hatte keine Atemhöhle (in seinem Mund befand sich Schnee). Um ca. 12:30 Uhr konnte der Verschüttete aus bis zu 2 Metern Tiefe vollständig ausgegraben werden, die folgende Reanimation mittels Defibrillators zeigte keinen Erfolg.
Der Verstorbene wurde nach Rücksprache mit der Alpinpolizei aufgrund der sehr schlechten Sicht zum Rettungsraum im Skigebiet Hochzillertal gebracht, wo die restliche Gruppe von einem Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut wurde.

ANZEIGEERSTATTUNG

Am 4. Februar 2023 um 12:16 Uhr meldete die Leitstelle Tirol der Polizei-Bezirksdienststelle Schwaz per Mail eine Lawine im freien Skiraum des Skigebietes Hochzillertal im Bereich der Neuhüttenbahn. Etwa zeitgleich wurde die Alpinpolizei von der Pistenrettung Kaltenbach verständigt, dass im freien Gelände gerade ein lebloses Lawinenopfer ausgegraben werde.
Daraufhin begaben sich zwei Alpinpolizisten umgehend ins Skigebiet Hochzillertal und im weiteren Verlauf wurden folgende Aufgaben wahrgenommen:

Alpinpolizei Schwaz
→ Erstbefragungen der Angehörigen im Skigebiet Hochzillertal
→ Besichtigung der Auffindungsstelle des Verstorbenen
→ Begleitung des Leichnams ins Tal
→ Leichenbeschau mit Tatortstreife Zell und Sprengelarzt

Tatortstreife Zell/Mayrhofen
→ Leichenbeschau mit Sprengelarzt und Alpinpolizei
→ Auswertung der Skikarte des Verstorbenen

Alpinpolizei Schwaz
→ Besichtigung der Unfallstelle gemeinsam mit Lawinenwarndienst Tirol am Folgetag
→ Anfertigung von Lichtbildern der Unfallstelle

Tatortstreife Zell/Mayrhofen
→ Obduktionsteilnahme und Berichterstattung

Polizeiinspektion Schwaz
→ Ausfolgung der persönlichen Gegenstände des Verstorbenen an seine Angehörigen

Landeskriminalamt Tirol
→ Verständigung der neuseeländischen Botschaft über den Todesfall

Alpinpolizei Schwaz
→ Berichterstattungen, Erstellung Abschlussbericht und Lichtbildbeilagen

UNFALLORT & LAWINE

Der Unfallort lag im freien Skigelände des Skigebiets Kaltenbach-Hochzillertal (Gemeindegebiet Kaltenbach) nördlich der Piste Nr. 3 im Bereich „Schönfelder“ oberhalb von Neuhütten.

Daten zur Lawine:
→ Anrissbereich: ca. 2.060 m
→ Hangsteilheit: ca. 45° im Anrissbereich mit NO-Exposition
→ Anrisshöhe: ca. 20–200 cm auf einer Anrissbreite von 60–70 m und einer Lauflänge von ca. 120 m
→ Auffindeort Verschütteter: ca. 1.960 m

WETTER, LAWINENWARNSTUFE UND PISTENSPERRE

Am Unfalltag war für den Unfallort die regionale Lawinengefahrenstufe 4 prognostiziert, es war stark bewölkt und vormittags schneite es. An der Unfallstelle schwankten die Sichtweiten zwischen ca. 10 bis 50 Meter, waren jedoch durchwegs sehr schlecht.
Gegen 15:30 Uhr des Unfalltages wurde die schwarze Piste Nr. 3 „Stephan Eberharter Olympiaabfahrt“ von zwei Alpinpolizisten gemeinsam mit einem ortskundigen Skiführer und Lawinenkommissionsmitglied mit Ski befahren. Aufgrund der geringen Sichtweite in Verbindung mit der hohen Lawinengefahr konnten der Anriss und der Einfahrtsbereich an diesem Tag nicht eingesehen und auch nicht untersucht werden.
Aufgrund des starken Nebels war auch der Einfahrtsbereich zur schwarzen Piste Nr. 3 nur sehr schwer auszumachen. Diese Piste war bereits den ganzen Tag gesperrt und mit drei Warnschildern gekennzeichnet, eine weitere Absperrung oder ein Absperrband waren nicht vorhanden. An der Bergstation des 6er-Sessellifts „Neuhüttenbahn“ waren die orangen Warnlichter aufgrund der großen Lawinengefahr ganztags eingeschalten. Auf einer Höhe von ca. 2.020 bis 1.980 Metern war die Piste Nr. 3 auf etwa der halben Pistenbreite von einer Lawine bedeckt. Dabei dürfte es sich um eine Lawine handeln, von der Gruppenmitglieder in ihrem Gedächtnisprotokoll berichtet hatten und die etwa zeitgleich mit der Unfalllawine abgegangen ist: Sie wurde von einem Gruppenmitglied ausgelöst, das daraufhin im Bereich der Ski bzw. Beine verschüttet wurde, aber sich selbst unverletzt befreien konnte.
Direkte Zeugen des Lawinenunfalls konnten nicht erhoben werden und es ist nicht bekannt, ob sich weitere Wintersportler zum Unfallzeitpunkt im Nahbereich des Unfallorts bzw. des Anrissbereichs aufhielten. Am Unfallort konnten keine Hinweise auf weitere verschüttete Personen erhoben werden.
Am Tag nach dem Unfall (5.2.2023) wurde die Unfallstelle von der Alpinpolizei gemeinsam mit dem Lawinenwarndienst Tirol bei besseren Wetter- und Sichtverhältnissen aufgesucht, wobei Schneedeckenuntersuchungen mit insgesamt vier Profilen am Lawinenhang durchgeführt wurden.

TODESURSACHE

Am 6.2.2023 wurde die Obduktion am Institut für Gerichtliche Medizin Innsbruck durchgeführt, die als Todesursache einen Erstickungstod („allgemein hochgradiger Sauerstoffmangel mit Schockveränderung“) ergab.

Lawinenunfall „Hohe Aifner Spitze“, Kaunergrat/Ötztaler Alpen am 4.2.2023

Andreas Falkeis
Polizei/IVBV-Bergführer, Leiter Alpine Einsatzgruppe (AEG) Landeck

ALARMIERUNG

Ein Anrufer verständigte am Samstag, den 4. Februar 2023, gegen 15:24 Uhr die Leitstelle Tirol über die Abgängigkeit seines Bruders im Bereich der Hohen Aifner Spitze (2.779 m). Der Hund des Bruders war gegen 13:30 Uhr allein nach Hause gekommen und nachdem seine eigene Suche nach dem Bruder erfolglos war, vermutete er einen Unfall.
Die Leistelle alarmierte daraufhin den Notarzthubschrauber C5 (Christophorus Flugrettungsverein), die Bergrettung Kaunertal und die Alpinpolizei.

ABLAUF DES SUCHEINSATZES

Aufgrund eines Lawineneinsatzes in St. Anton a. A. (Verschüttung von zwei Freeridern am Kapall/ Törli, vgl. S 82) waren die Einsatzkräfte der Alpinpolizei und Lawinenhundeführer gebunden.
Nach der Einsatzmeldung flogen zwei Alpinpolizisten mit dem Polizeihubschrauber Libelle Tirol zu einem vom Notarzthubschrauber C 5 (Christophorus Flugrettungsverein) ausgemachten frischen Lawinenabgang auf der Südwestseite der Hohen Aifner Spitze (2.779 m). Auf ca. 2.650 Metern konnte im Anrissgebiet eine Einfahrtsspur (Skispur) ausgemacht werden.
Der Lawinenkegel wurde vom Polizeihubschrauber mehrmals abgeflogen, aber es konnte keine Person bzw. Gegenstände am Lawinenkegel – der potenzielle Verschüttungsbereich erstreckte sich über ca. 1,0 Kilometer – festgestellt werden. Eine LVS-Suche vom Hubschrauber aus verlief negativ.
Aufgrund des großen Einzugsgebietes und Steilgeländes und der akuten Lawinengefahr (groß, Stufe 4) konnte eine Bodensuche seitens der Bergrettung Kaunertal und der Alpinpolizei nicht durchgeführt werden bzw. wurde von der Einsatzleitung der Alpinpolizei als nicht vertretbar bewertet.
Um 17:30 Uhr wurde die Suche nach dem vermissten Tourengeher unterbrochen und am folgenden Tag gegen 6:30 Uhr mit einem Recco SAR Helikopter-Detektor am Tau der Libelle Tirol fortgesetzt. Ca. um 8:15 Uhr konnte am Lawinenkegel auf ca. 2.110 Metern ein Signal festgestellt und markiert werden (es stellte sich heraus, dass in die Tourenskischuhe des Vermissten bzw. Verschütteten Recco-Reflektoren eingebaut waren). Daraufhin wurden zwei Polizeibergführer mittels Tau abgesetzt und konnten rasch eine positive Sondierung durchführen.
Zur Unterstützung beim Ausgraben wurden zwei Bergretter zur Verschüttungsstelle geflogen, währenddessen zwei Lawinenwarnposten auf ca. 2.650 Metern positioniert waren, um bei weiteren Abgängen zu warnen.
Der Verschüttete konnte nur noch tot geborgen werden, wurde mittels Tau ins Tal geflogen und von einem Bestattungsunternehmen übernommen. Der diensthabende Sprengelarzt stellte als vermutliche Todesursache einen Genickbruch aufgrund des Lawinenabganges über das steile alpine Gelände fest.
Gegen 10:15 Uhr wurden die Angehörigen über das Ableben des Vermissten verständigt.
Anschließend wurden Erhebungen im Anrissgebiet und der Lawinenbahn sowie am nächsten Tag Schneedeckenuntersuchungen vom Lawinenwarndienst Tirol durchgeführt.

UNFALLLAWINE

Anhand der Spurenlage – Abfahrts- und Einfahrtsspuren im Bereich des Gipfelhanges und Anrissgebietes – kann davon ausgegangen werden, dass der Skitourengeher bzw. Verschüttete die Lawine bei der Einfahrt in den extrem steilen Südwesthang unterhalb des Grates nach einigen Schwüngen selbst ausgelöst hat.

Daten zur Lawine:
→ trockene Schneebrettlawine
→ extrem steiler Hang, im Anrissgebiet 40–42°
→ Anrisshöhe: 15–65 cm
→ Größe: Die relativ schmale Lawine ging von ca. 2.650 m knapp unterhalb des Hochschaltergrates bis auf ca. 1.580 m über eine Länge von ca. 1,9 km ab, wobei die Verschüttungsstelle auf ca. 2.110 m lag – d. h. der Skitourengeher wurde vermutlich ca. 780 m mitgerissen.

AUFSTIEG UND ABFAHRT DES TOURENGEHERS

Der Vermisste verlies laut Angaben seines Bruders vermutlich gegen 10:00 Uhr den Hof am Weiler Nöckels. Er bestieg seine „Hausberge“ Aifner Spitze (2.558 m) und Hohe Aifner Spitze (2.779 m) im Winter wie im Sommer jährlich zwischen 50 und 70 Mal. Bei seinen Skitouren kam es in der Vergangenheit bereits des Öfteren zu Lawinenauslösungen, die den Vermissten auch mehrmals mitgerissen und teilverschüttet haben, wobei er sich aber immer unverletzt und meist selbständig befreien konnte.
Am Unfalltag stieg der Vermisste mit seinem Hund, einer Tiroler Brake, und wie meist ohne Notfallausrüstung über die Aifner Alm zur Aifner Spitze (2.558 m) auf – er führte vermutlich nie ein LVS, noch Lawinenschaufel & -sonde mit sich, wenn er dort unterwegs war. Er dürfte sich auch bewusst gewesen sein, dass am Unfalltag eine große Lawinengefahr (Stufe 4) herrschte.
Von der Aifner Spitze (2.558 m) stieg er – nach den festgestellten Spuren vom Hubschrauber aus – über den Grat zur Hohen Aifner Spitze (2.779 m) weiter. Nach einer kurzen Rast fuhr er vermutlich gegen ca. 13:00 Uhr über den Gipfelgrat zum Hochschaltergrat ab und dort in die Südwestseite der Hohen Aifner Spitze ein. Am Gipfelhang waren bis zum Lawinenanriss deutliche Abfahrtsspuren sichtbar. Die Auslösung der Schneebrettlawine dürfte vermutlich bei den ersten Schwüngen im Steilhang passiert sein.
Der Hund wurde ebenfalls knapp 800 m von der Lawine mitgerissen, konnte aber (sichtbare Spuren) aus der Lawinenbahn ausqueren und zum Hof zurückkehren.

LAWINENLAGEBERICHT

Der Lawinenwarndienst Tirol prognostizierte für den Unfalltag regional eine große Lawinengefahr (Stufe 4) oberhalb der Waldgrenze in allen Expositionen aufgrund eines Neu-, Alt- und Triebschneeproblems. Die Schlagzeile lautete: „Oberhalb der Waldgrenze große Lawinengefahr. Es sind spontane Lawinen möglich, vor allem solche mittlerer Größe.“

WETTERBERICHT

Am Unfalltag war es leicht bedeckt, zum Teil sonnig, bei meist sehr starkem Wind in den Höhenlagen und ansonsten relativ guten Sichtverhältnissen. Die Temperaturen stiegen nachmittags stark an.

AUSRÜSTUNG

Der Verschüttete trug keinen Helm und war ohne jede Lawinen-Notfallausrüstung unterwegs. In seinem Rucksack waren leichte Bekleidung und eine Trinkflasche verstaut.

Lawinenunfall „Törli“, Lechtaler Alpen am 4.2.2023

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Lawinenunfall „Steinermandl“, Schobergruppe am 4.2.2023

Mathias Außerdorfer
Polizei/IVBV-Bergführer, Flightoperator, Leiter Alpine Einsatzgruppe (AEG) Lienz

BEKANNTWERDEN DER ABGÄNGIGKEIT

Nachdem ein Einheimischer am Abend des 4. Februars 2023 mit seiner landwirtschaftlichen Zugmaschine (Traktor) nicht nach Hause zurückgekehrt und telefonisch nicht erreichbar und auch ein telefonisches Nachfragen durch die Angehörigen negativ verlaufen war, erstattete ein Angehöriger am Sonntag, den 5. Februar 2023, um 01:47 Uhr bei der Polizei Lienz eine Abgängigkeitsanzeige.

SUCHEINSATZ

Daraufhin führte die Polizeistreife Lienz 2 umgehend Erhebungen durch und eine um 02:00 Uhr durchgeführte Handypeilung ergab, dass das Handy am Sendemast Rauchkofel in einer Höhe von ca. 2.300 Metern eingeloggt war. Da der Abgängige im Bereich des Debanttales vermutet werden konnte, wurde die Freiwillige Feuerwehr Debant verständigt, die mit einem Räumfahrzeug (Traktor) dorthin aufbrach. Sie befuhren den Talweg des Debanttales taleinwärts und gelangten über die Nußdorfer Brücke auf den Hochstubenweg, dem sie oberhalb des Talgrundes talauswärts folgten. Um ca. 02:30 Uhr wurde ein Alpinpolizist verständigt, um die Suchaktion zu unterstützen.
Um ca. 03:30 Uhr stieß die Feuerwehr bei der sog. „Jasdorfer Lana“ (Debanttal) auf einen mehrere Meter hohen Lawinenkegel, in den Traktorspuren hineinführten. Daraufhin wurde die Bergrettung Lienz zusätzlich alarmiert und die Einsatzkräfte konnten um ca. 04:08 Uhr ca. 200 Meter unterhalb des Fahrweges oberflächlich am Lawinenkegel den komplett zerstörten Traktor des Abgängigen ausmachen. Nach dem Abstieg der Einsatzkräfte zum Fahrzeug konnte auch der Abgängige ca. 10 bis 15 Meter neben dem Traktor am Lawinenkegel auf dem Rücken liegend vorgefunden werden, wobei er ca. bis zur Hüfte verschüttet war. Sein gesamter Brustkorbbereich war gefroren und es wurde sofort mit den Reanimationsmaßnahmen – auch mittels Defibrillators – begonnen, welche aber negativ verliefen. Der Bergrettungsarzt stellte um ca. 04:10 Uhr den bereits eingetretenen Tod fest.
Die Polizeistreife Lienz 2 verständigte um 05:00 im Beisein eines Kriseninterventionsteams (KIT) des Roten Kreuzes die Angehörigen über die Auffindung des tödlich Verunfallten.
Die Bergung erfolgte am 5. Februar 2023 um 09:00 Uhr durch den Polizeihub- schrauber Libelle Kärnten, der tödlich Verunfallte wurde im Bereich des Parkplatzes Faschingalm einem Bestattungsunternehmen übergeben und der Sprengelarzt stellte bei der Totenbeschau als Todesursache ein Polytrauma fest. Die von der Staatsanwaltschaft angeordnete Obduktion am 7. Februar 2023 bestätigte die Todesursache aufgrund innerer Blutungen nach einer Brustwirbelsäulenverletzung. Das Unfallwrack wurde am 24. Februar 2023 geborgen.

ERHEBUNGSERGEBNIS

Die durchgeführten Befragungen der beiden Wegobmänner ergaben, dass es keinen Auftrag zur Räumung des Talweges im Debanttal und des Hochstuibenweges an den Verunfallten gab und sie keine Kenntnis von dessen Räumtätigkeit an diesem Tag hatten. Beide Wege sind aufgrund einer Wintersperre mit einem Schranken gesperrt bzw. dementsprechend mit Hinweisschildern gekennzeichnet, der Verunfallte hatte als Mitglied der Weggemeinschaft allerdings einen Schlüssel für die Schrankenanlagen.
Ein Wegobmann gab weiters an, dass er selbst am Unfalltag den Hochstubenweg von der Faschingalm taleinwärts – also entgegengesetzt der Fahrtrichtung des Verunfallten – geräumt und ca. um 09:30 Uhr beim Lawinenstrich „Jasdorfer Lana“ umgedreht hatte. Bei einer weiteren Fahrt ca. gegen 11:00 Uhr hatte er festgestellt, dass ein Teil dieser Lawine durch den Lawinenstrich abgegangen war. Es konnte aber nicht erhoben werden, ob der Verunfallte zu diesem Zeitpunkt mit seinem Traktor bereits erfasst wurde, oder er zu einem späteren Zeitpunkt beim Freiräumen des Lawinenkegels durch einen weiteren Lawinenabgang mitgerissen wurde.

UNFALLLAWINE

Die Schneebrettlawine brach im kammnahen Bereich des Steinermandl (2.235 m) auf einer Seehöhe von ca. 2.150 Metern in einem ca. 35° bis 40° steilen Nordosthang. In der Folge wurden die Schneemassen im weiterführenden Graben kanalisiert und querten nach ca. 700 Metern Sturzbahn mit ca. 630 Metern Höhenunterschied den in diesem Bereich ca. 100 Meter breiten und durch den Lawinenstrich verlaufenden Hochstubenweg. Die Lawine lief ca. 300 Meter durch den unterhalb des Weges verlaufenden Graben weiter ab. Die Gesamtlänge der Lawine betrug ca. 1.000 Meter, der Abgängige wurde mit seinem Traktor ca. 200 Meter unterhalb des Weges mitgerissen.

→ trockene, sehr große Schneebrettlawine
→ Anrisshöhe ca. 90 cm
→ tw. extrem steiler Nordosthang
→ ca. 100 m breit und ca. 1.000 m lang

LAWINENLAGEBERICHT

Der Lawinenwarndienst Tirol prognostizierte für den Unfalltag die regionale Gefahrenstufe 4 (groß) oberhalb, bzw. Stufe 3 (erheblich) unterhalb der Waldgrenze in allen Expositionen. Als relevante Lawinenprobleme wurden Neu- und Altschnee oberhalb und Neuschnee unterhalb der Waldgrenze genannt, die Schlagzeile lautete: „Oberhalb der Waldgrenze große Lawinengefahr. Spontane Lawinen sind zu erwarten.“ Im weiteren Text wurde die mögliche Lawinengröße mit mittel bis groß genannt, ebenso wie die Möglichkeit diese fernauszulösen.

Lawinenunfall „Eisenkar“, Geigenkamm/Ötztaler Alpen am 5.2.2023

Peter Gasteiger
Polizei/IVBV-Bergführer, Leiter Alpine Einsatzgruppe (AEG) Imst

SACHVERHALTSDARSTELLUNG

Am Sonntag, den 5. Februar 2023, gegen 10:15 Uhr kam es beim Innerberger Felderkogel (2.830 m, Gemeinde Längenfeld, Geigenkamm, Ötztaler Alpen) zu einem tödlichen Lawinenunfall.
Eine Gruppe, bestehend aus drei einheimischen Skitourengehern, war durch das sogenannte Eisenkar in Richtung Innerberger Felderkogel im Aufstieg unterwegs. Die drei Personen waren für eine Skitour entsprechend ausgerüstet, zwei hatten zusätzlich zur Standardausrüstung einen Lawinenairbag-Rucksack mit.
Sie begegneten einer abfahrenden Zweiergruppe, welche umgedreht war und verließen deren Aufstiegsspur in Richtung Unfallhang. Auf einer Seehöhe von ca. 2.400 Metern löste sich dann aus südostexponiertem Gelände eine ca. 100 Meter breite, trockene oberflächliche Schneebrettlawine, die ca. 400 Meter lang bis in den Talboden des Eisenkars abging. Die Anrisshöhe betrug ca. zwischen 0 bis 150 Zentimeter und die Neigung des Unfallhangs steigt von der Verschüttungsstelle bei ca. 10° bergwärts bis in den Anrissbereich im felsdurchsetzten Gelände auf ca. 40° gleichmäßig an.
Durch den Abgang wurden alle drei Skitourengeher mitgerissen, die zwei mit einem Lawinenairbag ausgestatteten konnten diesen aktivieren, wurden in der Folge nicht bzw. nur teilweise bis zum Kopf verschüttet und konnten sich selbst befreien. Der dritte Tourengeher wurde nicht sichtbar ganz verschüttet, durch seine Begleiter mittels LVS geortet und aus ca. 1 Meter Tiefe ausgegraben. Der Notarzt des unmittelbar verständigten Rettungshubschraubers Alpin 2 (Christophorus Flugrettungsverein) konnte nach einer geschätzten Verschüttungszeit von ca. 20 bis 25 Minuten und erfolgloser Reanimation nur noch den Tod feststellen. Innerhalb der Gruppe gab es kein Führer-Geführtenverhältnis, es handelte sich um gleichberechtigte einheimische Tourenpartner, welche oft miteinander unterwegs waren. Zum Zeitpunkt des Unfalls befanden sich keine weiteren Tourengeher im Eisenkar, eine Zweier- gruppe, welche zuvor umgedreht hatte, war bereits abgefahren und nicht mehr im Sichtbereich des Unfallhanges.

RETTUNGSEINSATZ

Die zwei Tourengeher wurden nach Längenfeld ausgeflogen und der Verstorbene in weiterer Folge durch den Polizeihubschrauber Libelle Tirol geborgen. Die Leichenbeschau in Längenfeld durch den Sprengelarzt ergab keinen Befund und die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion an.
An der Verschüttungsstelle wurden durch die Alpinpolizei entsprechende Erhebungen durchgeführt, der Anrissbereich konnte aufgrund der herrschenden großen Lawinengefahr nicht in Augenschein genommen werden.
Die Verständigung der Angehörigen erfolgte durch die beiden Tourenpartner und die Polizei in Begleitung eines Kriseninterventionsteams (KIT) des Roten Kreuzes. Im Einsatz standen der Notarzthubschrauber Alpin 2 und der Polizeihubschrauber Libelle Tirol mit ihren Crews sowie ein Alpinpolizist, ein Bergrettungsmitglied und ein Hundeführer. 15 Mitglieder der Bergrettungs-Ortsstelle Längenfeld befanden sich am Talboden in Bereitschaft.

LAWINENLAGEBERICHT

Für den Unfalltag prognostizierte der Lawinenwarndienst in ganz Tirol oberhalb von 1.600 Metern bzw. der Waldgrenze in allen Expositionen eine große Lawinengefahr (Stufe 4) aufgrund eines Alt- und Triebschneeproblems. Die Schlagzeile lautete „Lawinenabgänge und erfolgreiche Lawinensprengungen bestätigen die heikle Lawinensituation.“ Im weiteren Text wurde darauf hingewiesen, dass die Triebschneepakete in allen Expositionen sehr leicht ausgelöst werden können und die weit verbreiteten Gefahrenstellen auch für Geübte kaum zu erkennen sind.

Lawinenunfall „Wannenkar“, Stubaier Alpen am 6.2.2023

Peter Gasteiger
Polizei/IVBV-Bergführer, Leiter Alpine Einsatzgruppe (AEG) Imst

SACHVERHALTSDARSTELLUNG

Am Montag, den 6. Februar 2023, um 07:30 Uhr fuhr ein Skitourengeher alleine in seinem Auto nach Niederthai (Ötztal, Gemeinde Umhausen im Bezirk Imst, Tirol). Gegen 08:15 Uhr startete er, um durch das Horlachtal und weiter durch das sog. Finstertal die Hohe Wasserfalle (3.003 m) zu besteigen. Er war mit der entsprechenden Notfallausrüstung (eingeschaltetes LVS, Sonde, Schaufel, Mobiltelefon) ausgerüstet. Seine Smartwatch nahm den Track auf, der später von der Alpinpolizei ausgewertet wurde.
Im Bereich des sog. Wannenkar stieg er nicht in Richtung Hohe Wasserfalle weiter, sondern bog in südwestliche Richtung in das sogenannte „’s Kuglate Wannenkar“ ab. Dieses zieht Richtung Gruejoch (2.747 m), hat aber auch einen nach Norden gehenden Ausläufer. Diesem folgte der Skitourengeher bis in dessen oberen Bereich auf ca. 2.640 Meter. Dort fellte er gegen 11:45 Uhr ab und begann nach einer kurzen Pause die Abfahrt.
Als er dabei in südöstliche Richtung einen Osthang querte, löste sich oberhalb von ihm auf etwa 2.600 Meter aus einem extrem steilen Südosthang eine Schneebrettlawine. Der Skitourengeher wurde von diesem Schneebrett erfasst, mitgerissen und ca. 80 Zentimeter tief verschüttet. Er verstarb am Verschüttungsort durch Ersticken.

SUCH-/RETTUNGSEINSATZ

Die Abgängigkeit des Tourengehers wurde am 6. Februar 2023 gegen 16:00 Uhr bei der Polizeidienststelle seines Heimatortes erstattet. Durch eine Polizeistreife konnte sein Fahrzeug in Niederthai festgestellt werden, woraufhin umgehend polizeiliche Ermittlungen – Abfragen der Schutzhütten, Handypeilung usw. – durchgeführt und die Rettungskette über die Leitstelle Tirol in Gang gesetzt wurden.
Aufgrund der herrschenden Wetterlage konnten keine Hubschrauber ins Einsatzgebiet starten und ein terrestrischer Einsatz durch die Bergrettung, Lawinenhundeführer und Drohnenpiloten lief an. Durch einen Drohnenflug von der Finstertaler Sennhütte (2.147 m) aus konnte ein Lawinenkegel ausgemacht werden, in den eine einzelne Skispur führte. Aufgrund der sich verschärfenden Lawinensituation und Wetterlage sowie der Tageszeit, musste der weitere Einsatz auf den nächsten Tag verschoben werden.
Am Dienstag, den 7. Februar 2023, um 07:30 Uhr wurden durch den Polizeihubschrauber Libelle Tirol Bergretter und Alpinpolizisten ins Einsatzgebiet gebracht und der Verschüttete konnte in kurzer Zeit mittels LVS-Suche geortet werden.

Details zur Auffindungssituation:
→ Verschüttungstiefe 80 cm, stark gebundener Schnee
→ Verschütteter in Bauchlage, annähernd waagrecht und alle Extremitäten in Extensionsstellung
→ keine Atemhöhle vorhanden
→ beide Skistöcke mit Schlaufen an den Händen
→ Tourenski nicht auffindbar
→ LVS aktiviert, mittels Brusttragesystem am Oberkörper befestigt und volle Batterien
→ keine sichtbaren äußeren Verletzungen oder sonstige Auffälligkeiten
→ Skihelm aufgesetzt

LAWINENLAGEBERICHT

Der Lawinenreport für den 6. Februar 2023 gab für ganz Tirol oberhalb von 1.800 Metern und in allen Expositionen die Gefahrenstufe 3 (erheblich) aufgrund eines Alt- und Triebschneeproblems an. Die Schlagzeile lautete. „Die Lawinenverhältnisse bleiben ungünstig. Große Vorsicht und Zurückhaltung sind angebracht.“ Der weitere Text wies darauf hin, dass bereits ein einzelner Wintersportler stellenweise auch große Lawinen auslösen kann, die auch in tiefe Schichten durchbrechen können.

UNFALLLAWINE

Bei der Unfalllawine handelt es sich um ein trockenes Schneebrett:
→ Größe 3 (groß)
→ Anrisshöhe ca. 20–150 cm
→ über 35° steiler Osthang
→ Lawine ca. 350 m breit und ca. 200 m lang
→ Verschüttungsort ca. 2.500 m

WEITERES

Die Auswertungen der Smartwatch, die der Verschüttete am Unfalltag trug, zeigte die genaue Tourenaufzeichnung (GPS- Daten) und die Herzfrequenz.

Im Einsatz standen:
→ 14 Personen der Bergrettung Niederthai
→ 2 Alpinpolizisten der AEG Imst
→ Polizeistreife Telfs
→ Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes Telfs
→ Polizeihubschrauber Libelle Tirol

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