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Alpinforum 2025 - Anton Mattle Eröffnungsrede in gut gefülltem Raum, Foto: chrisriefenberg.co

22. November 2025

Frischer Schnee auf den Bergen, blitzlauer Himmel über Innsbruck. An diesem Samstag im November lockte das winterliche Winter für erste hochgelegene Skitouren oder einen Skiausflug auf den Gletscher. Aber den Termin der Alpinmesse und des Alpinforums haben sich viele bergaffine Menschen wohl schon seit langem im Kalender rot markiert – das zumindest ließen die Besucherzahlen von Alpinmesse und Alpinforum annehmen.
Alpinforum 2025 - Peter Paal, Foto: chrisriefenberg.com

Peter Paal, Präsident des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit, begrüßt die Ehrengäste, die Referenten und Referentinnen sowie alle Zuhörer und Zuhörerinnen zum Alpinforum 2025.
Foto: Chris Riefenberg, chrisriefenberg.com

Peter Paal
Präsident des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit

Für Peter Paal, Präsident des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit, hat der große Zulauf zum Alpinforum jedenfalls einen plausiblen Grund: Das jedes Jahr ansprechende Programm, welches in Teamarbeit mit den Mitgliedern des ÖKAS erarbeitet und unter tatkräftiger Unterstützung der Angestellten der Geschäftsstelle sowie in Kooperation mit der Congress Messe Innsbruck professionell umgesetzt wird.

Peter Paal hebt das Kuratorium als neutrale Plattform hervor, für die Sicherheit am Berg und damit Prävention an erster Stelle steht. Die Verhinderung von tödlichen Unfällen würde nicht nur viel emotionales Leid ersparen, sondern auch bares Steuergeld, denn ein Toter koste dem Staat rund 1,5 Millionen Euro. Dennoch habe Prävention in unserer Gesellschaft kaum einen materiellen Wert. Lieber werde in teure Operationen investiert, als in eine Änderung des Lebensstils mit entsprechenden gesundheitlichen Checks, gesundem Essen, normalem Gewicht und vor allem Bewegung. Aus diesem Grund würden wir Österreicher um 10 Jahre länger Tabletten schlucken als die Skandinavier, die wesentlich gesünder leben.

Das Alpinforum greife daher jedes Jahr Themen auf, die in Richtung Gesundheit, Prävention, Aufklärung und Wissensvermittlung gehen. Im Jahr 2025 laute das Generalthema „Bergsteigen, nur gesund?“ Man dürfe sich auf spannende – zum Teil auch durchaus kontroverse – Themen freuen, die zum konstruktiven Mitreden einladen würden. Das Kuratorium biete ein offenes Podium für alle, die etwas zu sagen haben, beleuchte Standpunkte von verschiedenen Seiten und wolle Wissen mitgeben, welches zu einem bewussteren Umgang draußen am Berg beitrage.

In diesem Sinne wünschte Peter Paal allen ein interessantes Forum und übergab an die beiden Moderatoren Robert Wallner und Peter Plattner, die wie jedes Jahr durch die Veranstaltung leiteten, sowie an Landeshauptmann Anton Mattle.

Tirol, das Land im Gebirge – Der Berg als Teil unserer Identität.

Alpinforum 2025 - Anton Mattle, Foto: chrisriefenberg.co

Anton Mattle, Landeshauptmann von Tirol, hielt die Eröffnungsrede des Alpinforums 2025.
Foto: Chris Riefenberg, chrisriefenberg.com

Anton Mattle
Landeshauptmann von Tirol

Anton Mattle wuchs in Galtür auf, wo er von 1992 bis 2021 als Bürgermeister aktiv war. In seine Amtszeit fiel das Lawinenunglück vom Februar 1999, bei dem in Galtür 31 Menschen ums Leben kamen. Seit seinen Jugendtagen ist er in der Tiroler Bergrettung aktiv, 15 Jahre lang war er stellvertretender Landesleiter. Dadurch hat er einen besonderen Bezug zu alpinen Gefahren. Seit 2022 ist Anton Mattle Landeshauptmann von Tirol und damit oberster Einsatzleiter im Bundesland.

Wenn man im Hochgebirge aufwächst und lebt und dort auch sozialisiert wird, dann spielen Berge eine äußerst bedeutende Rolle. Das Jahr 1999 hat viele Tiroler und Tirolerinnen und natürlich auch mich stark betroffen gemacht. Es hat aber auch dazu geführt, Wertigkeiten neu zu sortieren – und das tut manchmal ganz gut. Was ist geblieben vom 99er-Winter? Ganz besondere Beziehungen und Freundschaften zu den Hinterbliebenen. Die größte Leistung damals war die Loyalität und die Solidarität, die wir aus der Gesellschaft heraus erfahren haben und dass die Dorfgemeinschaft damals die Kraft hatte, jenen die Hände zu reichen, die vom Schicksal besonders hart getroffen wurden.

Heute darf ich mit meinem Vortrag „Tirol, das Land im Gebirge – Der Berg als Teil unserer Identität“ ein wenig philosophieren. Dazu verschiedene Punkte:

Tirol, das Land im Gebirge

Der Begriff als Verdeutlichung der geografischen Lage im Gebirge

Europäisch betrachtet, hätten den Titel vielleicht eher die Schweizer verdient, oder wenn man weltweit denkt, vielleicht Tibet oder eine andere Region auf der Erde. Historisch gesehen hat sich der Begriff „Terra in montanis“ aber tatsächlich ab dem 16./17. Jahrhundert in Tirol manifestiert. Aber die Schweizer waren etwas schneller: Die „Gemeinen drei Bünd“, also die Schweizer Bünde, haben bereits 100 Jahre früher für sich in Anspruch genommen, das Land in den Bergen zu sein. „Terra in montanis“ ist schließlich aber Tirol geblieben und die Tiroler haben sich mit dieser Begrifflichkeit sehr identifiziert. Dieser Begriff war auch nie einer, der sich nur auf das Bundesland Tirol bezogen hat, sondern gemeint war das gesamte historische Tirol. 2013 wurde ein wunderschöner Bildband von der Euregio Tirol, vom Europäischen Verbund für territoriale Zusammenarbeit, mit 1.000 Bildern über Berge in Tirol herausgebracht – vom Gardasee bis nach Kufstein – „Terra in montanis“. Der Bildband ist ein Versuch, die Region, die historisch zusammengehört hat, gemeinsam darzustellen und der Verbund hat uns auch rechtlich die Möglichkeit gegeben, in der Region intensiver und stärker zusammenzuarbeiten.

Warum die Bezeichnung „Land im Gebirg“ so besonders ist, hat Martin Korenjak von der Universität Innsbruck in einem Beitrag erläutert. Dabei hat er Folgendes festgestellt: „Seit sich das Gebirge in der frühen Neuzeit von einer kaum beachteten Größe zu einem Eckpfeiler des Tiroler Selbstverständnisses entwickelt hat, behauptet es diese Position unangefochten und baut sie immer weiter aus.“
Martin Korenjak hat dies vor allem in der historischen Betrachtung gesehen, aber man kann seine Gedanken auch in das Jetzt hineinziehen und sie stellen eine entsprechende Brücke dar. Die Berge sind für Tirol von großer wirtschaftlicher Bedeutung.

Das erfolgreichste Jahr für Tirol war 1500. In diesem Jahr wurden das Goldene Dachl und das Zeughaus gebaut. Damals galt  Schwaz als die größte Siedlung im Habsburgerreich – es war die größte Bergbau- und Knappenstadt der bekannten Welt. Tirol war damals durch Silber und Salz äußerst wohlhabend. Dieser Reichtum war aber nicht konstant – immer wieder hat es auch schwierige Zeiten gegeben. Vom Künstler Franz Marc beispielsweise gibt es starke Bilder „Tirol, das arme Land“, die von 1913 stammen. Reichtum und Armut lagen bei uns immer sehr nahe beieinander.

Waren es früher die Bodenschätze, so ist es heute das Wasser – die Alpen, das Wasserschloss Europas, was nicht nur Trinkwasser meint, sondern auch Wasser zur Energiegewinnung. Und natürlich sind die Alpen auch touristisch besonders wertvoll.

„Waren es früher die Bodenschätze, so ist es heute das Wasser.“

Sicherheit vor militärischen Bedrohungen

Der zweite Punkt, warum man Tirol als das „Land im Gebirg“ bezeichnet, ist jener, dass man sich in den Bergen vor militärischen Bedrohungen viel sicherer fühlte. Am Rundgemälde, auf dem viele militärische Szenen dargestellt sind, sieht man, wie man die Topografie nutzte, um einerseits den Feind erst gar nicht ins Land zu lassen und andererseits ihn vom Berg aus zu bekämpfen – indem man etwa Steine auf ihn hat niederprasseln lassen. Generell fühlte man sich in den Bergen aber vor allem geschützt – die Geschichten des Tiroler Freiheitskampfes sind bekannt.

Selbst die Nazis glaubten, dass sie sich in die „Alpenfestung“ zurückziehen können. Dass Innsbruck so stark bombardiert wurde, ist der Annahme geschuldet, Salzburg oder Innsbruck wäre diese Alpenfestung.

Näher bei Gott

Ein dritter Grund ist die Annahme, dass die Menschen in den Bergen etwas näher bei Gott seien. Das Klischee „Das Heilige Land Tirol“ würde ich nicht in den Mittelpunkt stellen, aber Berge und Gott hatten ja schon bei den Griechen eine ganz besondere Bedeutung – man denke nur an den Berg Olymp als Sitz der Götter. In vielen Religionen werden Gott und Berge in unmittelbare Verbindung gebracht. Martin Korenjak hält fest: „Schließlich bringt das Tiroler Gebirge eine gesunde, starke, moralisch gefestigte Bevölkerung hervor.“ Und tatsächlich werden die Tiroler und Tirolerinnen etwas älter als Bürgerinnen und Bürger in den anderen Bundesländern. Die Verführung in die Natur hinauszugehen, ist in Tirol schon eine große. Emotion ist in Zusammenhang mit Bergen etwas ganz Wesentliches.

„Die Verführung in die Natur hinauszugehen, ist in Tirol schon eine große.“

Alpinforum 2025 - Anton Mattle Eröffnungsrede, Foto: chrisriefenberg.co

Die Berge als Heimat und als Identität waren Inhalt der Eröffnungsrede von LH Anton Mattle im Rahmen des Alpinforum 2025.
Foto: Chris Riefenberg, chrisriefenberg.com

Der Berg als Teil unserer Identität

Können Berge auch identitätsstiftend sein?

Dazu habe ich einen Beitrag von Ulrich Leitner der Universität Innsbruck und Folgendes Eingangsstatement gefunden: „In allen Zeiten der Tiroler Geschichte war die Gebirgslandschaft ein entscheidender Faktor der historischen Ereignisse in Tirol, indem der Berg zur geografischen Grenze wie zum Identitätsstifter wurde.“

Die Frage heute ist: Ist es der Berg oder ist es der Bergsport, der den Menschen Identität vermittelt? Wendelin Weingartner hat im Rahmen eines Pressegesprächs darauf einmal gesagt: „Die Tiroler Identität ist eine gewisse Einzigartigkeit. Die Tiroler sind ja weder eine Nation noch eine Rasse, aber sie sind ohne Zweifel ein eigener Menschenschlag.“ Diese Eigenart genauer zu definieren, sei gar nicht so leicht. Suche man diese Merkmale, begäbe man sich aufs Glatteis. Die Tiroler Einzigartigkeit drücke sich aber in großer Eigenständigkeit aus, die historisch damit begründet sei, dass sich die Tiroler ständig wehren mussten. Inzwischen hätten sie aber eine starke Wurzel und seien auch offen für neue Entwicklungen.

Des Weiteren führt Weingartner im Interview aus, dass die allermeisten Tiroler ihren Nationalstolz nicht auf ein Landes-, sondern auf ein regionales Bewusstsein zurückführen. Eine Tiroler Identität sei fast unmöglich – die Historiker sprechen in diesem Zusammenhang von „Mehrfachidentitäten“. Weingartner ist davon überzeugt, dass es eine Gesamttiroler Identität gäbe, wobei er dann umgehend einschränkt, dass es sich dabei vielleicht um eine ganz große Sehnsucht handeln würde. Das Tirolerische sei immer etwas Besonderes gewesen. „Die Tiroler sind nichts Besseres, aber etwas ganz Besonderes.“

Man hört oft, die Leute in den Bergen, die Älpler, seien ein vielleicht etwas knorriger Menschenschlag, wobei man das nicht vereinheitlichen darf. Man kennt die Klischees wie z. B. die Behauptung, dass eine Beerdigung im Unterland lustiger sei, als eine Hochzeit im Oberland.

Zwischenzeitlich gibt es aber auch eine sehr umfangreiche Studie zum Thema „Zusammenhang zwischen Geländeform und Persönlichkeit“ von u. a. Prof. Stefan Stieger vom Department Psychologie und Psychodynamik der Karl Landsteiner Privatuniversität Krems, in der über drei Millionen Datensätze aus den USA analysiert wurden. Zu Beginn wird festgestellt: „Berge sind Grenzregionen und werden oftmals später besiedelt als andere Gebiete. Dabei stellen sie ersten Siedlern extreme Hindernisse entgegen und fordern besondere Persönlichkeiten, die diese meistern.“ In der Studie wurde gefragt, ob es auch heute noch Spuren dieser Pionierpersönlichkeiten gäbe und wann ja, warum. Sind es die Berge selbst, oder die speziellen soziokulturellen Gegebenheiten, die das Individuum prägen? Festgestellt wurde, dass Menschen in Bergregionen im Vergleich zu Menschen aus flachen Regionen weniger verträglich sind, dazu tendieren, introvertiert zu sein und dass sie weniger gewissenhaft sind. Aber sie sind emotional stabiler und offen für neue Errungenschaften.

Die Studie wurde in Folge im Magazin „Bergwelten“ vorgestellt und es wurde noch ein Satz hinzugefügt: „Dieses ‚Introvertiertsein‘ hat auch damit zu tun, dass diese Menschen den Weg in die Berge suchen.“ Weiter wurde festgestellt: „Am Berg scheint sich die Einsamkeit in etwas Positives zu verwandeln.“

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Alpinforums finden sich darin vermutlich wieder, denn sie gehören vielleicht zu jenen, die die Masse ein wenig scheuen und lieber Aufstiege suchen, die etwas einsamer sind. Und was eine schöne Linie in unverspurtem Schnee betrifft, da finden wir uns wohl alle wieder.

„Sind es die Berge selbst, oder die speziellen soziokulturellen Gegebenheiten, die das Individuum prägen?“

Was hat der Tourismus zur Identität beigetragen?

In meiner Gemeinde Galtür war Johann Jakob Weilenmann der Pionier schlecht hin. Er hat das Fluchthorn und den Piz Buin erstbestiegen. Am 14. Juli vor 160 Jahren wurde das Matterhorn bestiegen – am selben Tag wurde auch der Piz Buin bestiegen, was allerdings völlig untergegangen ist. Es war kein großes Spektakel, obwohl – wie Johann Jakob Weilenmann beschreibt – er bei der Besteigung in eine Gletscherspalte gefallen sei. Seine Begleiter, Jakob Pfisterer und Franz Pöll, hätten ihn aber rasch gerettet. Schon einige Jahre früher war Weilenmann in Galtür – nämlich 1822 – und bestieg das Fluchthorn.

Mitten im Sommer hat es geschneit, er war ans Dorf gefesselt und konnte nicht hinaus. Währenddessen beschreibt er, was er in Galtür beobachtet, z. B. dass die Haushalte sehr sauber seien, die Frauen besser gebildet seien als die Männer und man in manchem Haus sogar eine Bibliothek fände. Zum Wirt schreibt er: „Ein Religionsfanatiker der übelsten Sorte, der keine Gelegenheit auslässt, einen Streit vom Zaun zu brechen. Kommt dann aber die Wirtin, seine Frau, ins Wirtshaus, dann ist er wieder der sich seiner Aufgabe bewusste kriechende Wirt.“ Und weiter: „Und da höre ich die verschiedensten Mutmaßungen über den Zweck meines Hierseins. Der eine sieht in mir einen Ingenieur und meint, ich müsste von der Regierung gut bezahlt sein, um so herumzuklettern. Ein anderer hält mich für einen Stein – oder Kräuterklauber und trägt mir als spekulativer Kollege seine Mineralien an. Wieder ein anderer wittert in mir einen Viehhändler, vermutet, ich hätte selber Galtlinge auf der Alpe. Ein vierter hält mich meines hellen Gewandes wegen für einen brotlosen, arbeitssuchenden Müllersburschen. Nur den Touristen und sein Steckenpferd will niemand anerkennen, unmöglich, dass es derart närrische Geschöpfe, eine so seltsame Liebhaberei gäbe. So versuche ich den Leuten, deren Neugier befriedigt sein will, begreiflich zu machen, was mich hergebracht hat, so schütteln sie ungläubig den Kopf.“

Weilenmann wird tatsächlich der erste Tourist. Er schrieb seinen ihm empfohlenen Begleiter, Franz Pöll, vorher an und beauftragte ihn in Erfahrung zu bringen, ob auf anderen Gipfeln der Silvretta nicht schon Siegeszeichen stehen. Er kam nur zwecks der Erstbesteigungen nach Galtür – das war sein einziger Grund.

Von Klosters im Prättigau beginnend bis ins Montafon und gleichermaßen für das Paznaun war Weilenmann ein Segen, denn er veröffentlichte all seine Erstbesteigungen. Das führte dazu, dass der Tourismus in der Region entsprechend Einkehr hielt.

Identität heute

Bernhard Tschofen hat ein spannendes Buch mit dem Titel „Bergkultur und Moderne“ herausgebracht. Darin beschreibt er die Situation Österreichs und Tirols folgendermaßen: „Im Zeitraffer hört sich die Geschichte etwa so an: Österreich als Teil eines Großreiches und nicht national definiert, sah sich nach 1918 seiner Identität beraubt. Mit der Donaumonarchie und dem Hause Österreich war die Geschichte nicht mehr zu erzählen und ein Gemeinsames nicht mehr herzustellen. So suchte man und  fand die Identität im Sinne eines Leitmotivs in den Bergen, also auch in den Alpen.“

Vielleicht erklärt es sich insofern von selbst, dass unsere Bundeshymne mit der Textzeile: „Land der Berge, Land am Strome…“ beginnt.

Ich darf Ihnen abschließend meine Lieblingsbeschreibung für das Skifahren, sozusagen als Appetitmacher, mitgeben. Ernest Hemingway schreibt in seinem 1964 postum erschienen Abschlusswerk „Paris, ein Fest fürs Leben“ von einer Skitour in der Silvretta im Jahr 1927:

„Schließlich die große Abfahrt den Gletscher hinunter, glatt und geradeaus. Ewig geradeaus, wenn die Beine das aushielten, die Knöchel eng aneinander, tief gebückt in die Geschwindigkeit gelehnt, fielen und fielen wir im stillen Zischen des frischen Pulverschnees. Das war besser als Fliegen und alles andere. Und die Fähigkeit, all das zu tun und zu erleben, erwarbst du dir durch die langen Aufstiege mit den schweren Rucksäcken. Das konntest du so wenig kaufen, wie du eine Fahrkarte auf den Gipfel kaufen konntest. Es war das Ziel, für das man den ganzen Winter arbeitete. Der ganze Winter tat sich zusammen, um diese eine Abfahrt möglich zu machen.“

Ernest Hemingway

Alpinforum 2025 - Anton Mattle Eröffnungsrede in gut gefülltem Raum, Foto: chrisriefenberg.co

LH Anton Mattle beim Alpinforum 2025 vor einem gut gefüllten Raum.
Foto: Chris Riefenberg, chrisriefenberg.com

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