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Marco Knoflach, Foto: argonaut.pro

Ausgabe: analyse:berg Sommer 26

Datum: 29. Oktober 2026

Lesezeit: 15 min

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Marco Knoflach engagiert sich seit 2007 ehrenamtlich bei der Bergrettung Steinach-Gschnitztal, wo er bereits zahlreiche Einsätze als Ortsstellen-und Einsatzleiter geführt hat. Beruflich arbeitet er bei LO.LA Peak Solutions im Bereich der Risikobeurteilung und Produktentwicklung im alpinen Umfeld. Seit Jahren weist uns Marco immer wieder darauf hin, dass es in seinem Einsatzgebiet regelmäßig zu Unfällen auf dem Stubaier Höhenweg kommt, und zwar im Abschnitt zwischen Innsbrucker und Bremer Hütte. Das ist insofern besonders, da die Unfalldichte auf diesem Bergweg österreichweit heraussticht. Im Schnitt verunglückt dort jährlich eine Person. Dazu wollten wir mehr von Marco wissen. 

Im Gespräch:
Marco Knoflach
Bergrettung

Interview:
Peter Plattner

Marco Knoflach, Foto: argonaut.pro

Marco Knoflach nach dem Gespräch mit analyse:berg.
Foto: argonaut.pro

a:b Bei euch führt der Stubaier Höhenweg vorbei. Kannst du kurz beschreiben, wie er verläuft und wo euer Berührungspunkt liegt? 

MK Der Stubaier Höhenweg ist eine sehr bekannte, ungefähr einwöchige Runde von Hütte zu Hütte. Er führt von der Starkenburger Hütte über die Franz-Senn-Hütte, die Neue Regensburger Hütte, die Dresdner Hütte, die Sulzenauhütte, die Nürnberger Hütte, die Bremer Hütte und die Innsbrucker Hütte wieder zurück ins Stubaital. Die einzelnen Etappen sind jeweils ausgewachsene Tagestouren: meist sechs bis sieben Stunden Gehzeit, rund zehn Kilometer Strecke und je nach Abschnitt bis zu etwa 1.000 Höhenmeter im Auf- und Abstieg. Charakteristisch sind hochalpines Gelände und zahlreiche exponierte beziehungsweise seilversicherte Passagen.
Einen ähnlichen Berührungspunkt haben wir mit der Gschnitztaler Hüttentour. Auch sie dauert ungefähr eine Woche. Beiden Touren gemeinsam ist die Etappe zwischen Innsbrucker Hütte und Bremer Hütte; die Charakteristik der beiden Hüttentouren ist insgesamt recht ähnlich. 

a:b Warum fällt gerade der Abschnitt zwischen Innsbrucker Hütte und Bremer Hütte beim Unfallgeschehen besonders auf? 

MK Dieser Abschnitt sticht nicht nur deshalb deutlich hervor, weil dort punktuell viele Unfälle passieren. Vor allem ereignen sich dort besonders schwere und auch tödliche Unfälle. 

a:b Kannst du die Größenordnung ungefähr beziffern? 

MK Das schwankt von Jahr zu Jahr stark und hängt wesentlich von der Witterung ab. Außerdem lässt sich nicht immer exakt zuordnen, wo ein Vorfall passiert ist, weil sich Betroffene teilweise noch bis zu einer Hütte weiterkämpfen. Die reine Zahl der Einsätze ist daher nicht das eigentlich Schockierende. Problematisch ist vielmehr der hohe Anteil an schweren und tödlichen Unfällen.
Nach meiner Schätzung gibt es im Bereich der Etappe zur Bremer Hütte etwa zehn Alarmierungen pro Jahr. Über mehrere Jahre hinweg kam im Schnitt ungefähr ein tödlicher Unfall pro Saison dazu. In der zuletzt betrachteten Saison gab es erstmals seit mehreren Jahren keinen Todesfall – allerdings war auch das mit sehr viel Glück verbunden, weil eine abgestürzte Person schwer verletzt überlebt hat. 

”Die reine Zahl der Einsätze ist daher nicht das eigentlich Schockierende. Problematisch ist vielmehr der hohe Anteil an schweren und tödlichen Unfällen.

a:b Geht es bei diesen Unfällen vor allem um Abstürze? 

MK Nicht nur, aber Abstürze sind eine häufige Unfallursache. 

a:b Wie sieht der Abschnitt aus? Was macht ihn so anspruchsvoll? 


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